Archive for September, 2007

Buy one get one Virus free 1

Haha!

In diversen Internet-Foren tauchen Benutzerberichte auf, denen zufolge das vergangene Woche beim Lebensmittel-Discounter Aldi verkaufte Medion-Notebook MD96290 ab Werk mit dem Bootsektor-Virus Stoned.Angelina infiziert ist. Die auf dem Notebook vorinstallierte Antivirenlösung von Bullguard erkennt den Schädling zwar, kann ihn aber offenbar nicht entfernen.

Quelle: heise

Bald seid ihr mich los. 2


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Urbane Mythen 3

Es sind schon wieder ein paar Tage vergangen, seit meinem letzten Eintrag. Leider wird meine Beitrags-Frequenz auch in Zukunft erstmal nicht steigen. Das liegt erstens daran, dass ich am Sonntag für zwei Wochen nach Spanien fliege und zweitens an dem immer noch nicht vorhandenen Internetzugang in meiner WG in Aachen. Ich kann euch sagen, wir haben eine Odyssee hinter uns und ein Ende ist noch nicht in Sicht:

Sofort nach der Schlüsselübergabe, noch bevor wir mit der Renovierung begannen, bestellten wir bei Strato (mittlerweile freenet) ein DSL 16000 - Telefonflat - Komplettpaket. Wir wussten, dass sowas unter Umständen länger dauern kann und wunderten uns nicht über den ersten Brief nach zwei Wochen: Auf Grund großer Nachfrage, könne man uns den Zugang erst mit etwas Verzögerung zur Verfügung stellen. Soweit so gut. Nach etwa neun (!) Wochen Wartezeit, wir wohnten mittlerweile in der WG und der dritte Mitbewohner war auch schon gefunden und eingezogen, rief ich bei der Hotline an. Natürlich von meinen Eltern zuhause aus, weil wir ja in Aachen keinen Telefonanschluss hatten und obwohl die Hotline vom deutschen Festnetz aus kostenlos ist, hätte man vom Handy aus sehr viel Geld zahlen müssen. Nach ungefähr 20, gefühlten 120, Minuten Hotlinemusik wurde ich endlich zu einer netten Callcenter-Lady verbunden, die mir freundlich mitteilte, dass sie leider zur Zeit den Anschluss nicht freischalten können, weil die Telekom sich verweigere. Auf die Frage, warum die Telekom sich denn so verhalte, konnte sie mir nicht antworten: Die Telekom würde darüber keine Angaben machen, nur dass es technisch nicht möglich wäre. Freenet würde routinemäßig die Anfrage vier Mal an die Telekom stellen. Die würden aber grundsätzlich die Aufträge von Resellern blocken. Wahrscheinlich weil sie selbst in letzter Zeit zu viele Kunden verloren hatten.

Das hätten die mir auch mal früher sagen können. Stattdessen hatten wir bis dahin schon vier absolut gleich lautende Schreiben bekommen, dass wir uns auf Grund der hohen Nachfrage leider noch etwas gedulden müssten. Da das alles nicht gut aussah und auch die Callcenter-Frau ganz offen sagte, dass man wahrscheinlich eher keine Chance hätte, ging ich zum Freenet-Shop in Aachen und fragte den Inhaber was ich denn jetzt tuen solle. Er meinte, ich solle abwarten. Zu einem anderen Anbieter könne ich sowieso nicht wechseln, weil alle Reseller die Leitungen von QSC und Telefonica benutzen. Wenn die Telekom also die Bestellung blockt, blockt sie die aller Anbieter. Also hatte ich richtig verstanden: Die einzige Wahl, die wir hatten war zur Telekom zu wechseln. Dem Erpresser sozusagen nachgeben.

So sieht nicht mein Verständnis von freier Marktwirtschaft und Wettbewerb aus. Aber was sollte ich machen? Ein Semester ohne Internet war schon anstrengend genug gewesen. Also ging ich schweren Herzens zum Freenetshop, kündigte und bestellte im Internet ein gleiches 16000er Paket mit Telefonflat, dass uns dann auch innerhalb von 10 Tagen funktionstüchtig bereitgestellt wurde.

ABER. Freenet schrieb uns nach zwei Wochen, dass sie unsere Kündigung nicht akzeptieren würden. Ein Widerruf, wäre nur in den ersten Zwei Wochen möglich. Das störte uns nicht wirklich, weil wir bisher nichts bezahlen mussten und es auch nicht wirklich so aussah, als könnte uns Freenet die Leistung je bereitstellen. Etwas blöder war aber, dass die Telekom uns, nach ihren Aussagen technisch-bedingt, nur eine 6000er Leitung anschließen konnte. Damit hätten wir auch leben können, wenn wir nicht den Preis für 16000er hätten bezahlen müssen. Da man uns auf Grund von Zusatzleistungen wie Filmdownloads und Zugang zu den T-Online WLAN-Hotspots auch nicht ein Paket runterstufen ließ, die Widerrufsfrist, diesmal bei T-Online, nur noch einen Tag dauerte und wir auch noch diesen Freenet-Vertrag laufen hatten, kündigte ich wieder. Diesmal erfolgreich.

Und jetzt stehen wir schon wieder da. Hatten eine Woche lang Internet und Telefon und müssen jetzt warten, dass uns Freenet entweder, nach jetzt mittlerweile ca. 15 Wochen, anschließt oder den Vertrag von sich aus kündigt. Und was machen wir dann? Wahrscheinlich gehen wir wieder zur Telekom und bestellen ein 6000er-Paket.

Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Geschichte in Aachen spielt. Nicht irgendwo auf dem Land, sondern in Elite-Uni-Stadt Aachen.

Lang lebe der Wettbewerbsschutz!

Beckstein zur Terrorgefahr 1

Angesichts der aktuellen Terrorschlagzeilen in Deutschland fordert Beckstein die Online-Durchsuchung:

Einer der Verdächtigen habe sich erst kürzlich in Bayern aufgehalten, um eine der Kontaktpersonen zu treffen. "Sie haben sich radikale islamistische Internetseiten angesehen. Es handelt sich dabei eindeutig um islamistische Fanatiker", betonte der designierte Ministerpräsident.

Beckstein forderte deshalb erneut die Möglichkeit geheimer Online-Durchsuchungen auf Privatcomputern. "Diese Fahndungsmethode hätte uns auch in diesem Fall helfen können. Die internationalen Zusammenhänge hätten deutlicher verfolgt werden können", sagte er. So wäre man schneller ans Ziel gekommen.
[Quelle: sueddeutsche.de]

Und in Zukunft wird jeder in U-Haft genommen, der auf radikal-islamistischen Internetseiten surft? Das erinnert mich doch sehr an den Fall des Berliner Soziologen, der knapp drei Wochen in U-Haft saß, weil seine Publikationen teilweise die gleiche Wortwahl wie Bekennerschreiben von Militanten Gruppen aufwiesen.

Geht zur Demo "Freiheit statt Angst" am 22. September in Berlin!

Der Countdown läuft 0

Ist Euch das auch aufgefallen? Auf einmal sieht man zwischen Templergraben und Audimax ganze Horden junger Menschen. Unverbraucht, unschuldig und unbeschwert sehen die aus. Widerlich. Aber Mathe-Vorkurs und Semesterstart werden ihnen das schon austreiben - in zehn Wochen sind wieder nur die gewohnten trägen und verbitterten Visagen auf der Straße zu sehen. Welch Wohltat!

(...)

Die Uni Bochum teilte mit, ein Bewerber habe sich für sämtliche Studiengänge eingetragen, die von der Uni angeboten werden. "Und, was willst du mal studieren?" "Egal, Hauptsache Bochum!" Ääh, ja sicher.

[aus AStA 90sec]

Who are you? 7

Anhand meiner Webstatistik kann ich sehen, dass beinahe täglich jemand mit einer US-amerikanischen IP und einem alten Netscape 5.0 Browser meine Seite besucht. Ich wüsste ja mal wirklich gerne wer das ist. Gib dich zu erkennen Unbekannter!

Quote of the day 0

Meine Knie tuen so weh, obwohl ich jetzt immer diese Gelenkkapseln schlucke!

Linker Neoliberalismus 1

Entschuldigung. Heute muss ich mich auf eine „Mainstreamdiskussion“ einlassen. Mir ist bewusst, dass mir unterstellt werden wird, dass ich mich an einem heißen, von den „alpha-Tieren“ der Blogosphäre initiierten Topthema beteilige, nur um Beachtung und Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber es handelt sich hierbei um ein Thema, dass mich wirklich ein wenig kitzelt. Und ja, für mich ist Spreeblick.de unter Mainstream einzuordnen. Wo auch sonst? Spreeblick soll ja schließlich der bekannteste deutsche Weblog sein und will es auch bleiben. Darum liest er sich wie ein kostenloses Stadtmagazin: Möglichst hippe Themen, nicht zu viel Tiefgang, schöne Bildchen, sich schön aus allem Kontroversen raus halten und alle schön lieb haben. Aber das macht ja auch Sinn, wenn Geld verdient werden soll. So passt es auch gut ins Bild, das Spreeblick nun mithilft das neue Schlagwort (nach "urbane Penner") von Mercedes Bunz zu etablieren. Ich würde fast so weit gehen Spreeblick nicht mehr als Blog zu bezeichnen, sondern als Werkzeug. Ich lese Spreeblick gerne, ich gebe es zu.

Ich weiß nicht, was Spreeblick aussagen will, wenn es sich dem Thema des „linken Neoliberalismus“ annimmt. Ich muss zudem zugeben, dass ich nicht ganz verstehe, wie „Malte“ von Spreeblick das Schlagwort verwurstet und plötzlich bei Freiheit und Bildung als Selbstzweck landet, aber ich war ja auch nicht bei dem Vortrag von Mercedes Bunz. Sie führte den Begriff in einem Vortrag auf dem Kongress „9till5 / Wir nennen es Arbeit“ in Berlin ein.

„Moment Mal?“, fragt ihr euch jetzt bestimmt sicher. „Linker Neoliberalismus, was soll das denn sein? Ist das nicht total gegensätzlich?“. Zunächst einmal wird „links“ meistens mit sozialer Gerechtigkeit in Form von Vermögensverteilung und Verstaatlichung assoziiert. Neoliberalismus hingegen versteht sich als ein Ordnungsprinzip, dass einen absoluten Rückzug der Politik aus der Wirtschaft, eine freie Marktwirtschaft und Wettbewerb predigt.

Jetzt aber zurück zu Malte und Mercedes Bunz. Beide verbinden „links“ mit Freiheit, Widerstand, Revolution. Malte schreibt, dass er „links“ unmittelbar mit „liberal“ verbindet und schließt von „Liberalismus“ auf „Freiheit“. Letzteres lässt sich von mir gut nachvollziehen, aber "links" mit "liberal"?
Mercedes Bunz schreibt:

Links, ich lade das jetzt mal kurz groß auf, denn das ist mir wichtig, bedeutet
viel mehr jede Menge Ideale, die irgendwo herumpurzeln, Ideale wie: Veränderung,
Widerstand, Utopie, Kritik, Gerechtigkeit, Freiheit, Klugheit, Revolution und vielleicht
sogar, warum nicht, Wahrheit.

Und da muss ich sagen: Das war mir neu. Ok, ich bin kein Politikwissenschaftler und bin auch zu jung um wirklichen linken Aktivismus erlebt zu haben. Aber für mich war „links“ nie mit besonderer Initiative verbunden, was nicht heißen soll, dass ich sie links Orientierten abspreche. Für mich schien es eher immer zufällig so, dass sich die engagierte Bildungselite mit linken Vorstellungen identifizierte, genauso wie für Tierschutz, Datenschutz und Freiheit. Aber besonders aufgefallen ist sie mir nicht. Wikipedia schreibt in dem Zusammenhang:

Die politische Linke versucht die herkömmliche, meist als reaktionär oder konservativ verstandene Politik, die am Rückschritt auf ehemalige (reaktionäre) oder Erhalt der bestehenden (konservativen) Staats- und Gesellschaftsstrukturen ausgerichtet ist, zu überwinden. Dem setzt sie eine progressive, das heißt als fortschrittlich verstandene Politik entgegen, die durch Reformen des Bestehenden, nicht selten auch durch revolutionäre Aktivitäten neue soziale, ökonomische und politische Verhältnisse zum Vorteil der eher unterprivilegierten Bevölkerungsschichten durchzusetzen versucht.

Im Grunde lässt sich Bunz' Herangehensweise verstehen und ist auch alles andere als falsch, aber dennoch finde ich sie irreführend und polarisierend. „Links“ kann einfach nicht auf seinen Aktivismus reduziert werden. Man kann sich den sozialen Aspekt nicht einfach weg denken.

Also geht es doch wirklich nur darum eine Floskel zu etablieren, zu provozieren. „Linker Neoliberalismus“ hört sich schön an und stößt zum nachdenken an. Danke.