Spielkritik 0
Der Mann, der niemals lebte ist ein guter Film. Ein cleverer Film, wie man mir sagte. Trotzdem hatte ich mehr erwartet. Es liegt nicht an Leonardo DiCaprio, er macht das gut, und erst recht nicht an Russel Crowe. Keiner würde den fetten, selbstgerechten Amerikaner besser spielen können als er. Es liegt noch nicht mal an der komischen mit Strass-Steinchen besetzten modischen Breitrahmen-Brille dieses selbstständigen Ein-Mann-Geheimdienstes. Einfach und allein die Story ist langweilig vorschriftsmäßig. Genau auf die scheinbar jetzt typischen Kinogänger zugeschnitten. Für das neue Hollywood-Prinzip braucht man nur ein aktuelles Krisengebiet, eine kritische Darstellung der Rolle der US-Regierung, die Anprangerung einer gehörigen Portion Macht, wirtschaftlichem Interesse und Unverhältnismäßigkeit und eine Liebesgeschichte nicht zu vergessen. Gefallen hat mir die Darstellung des Charaktertyps, dieser Leute die solche Jobs machen, die sich heute im Irak, morgen in Afghanistan und übermorgen in Jordanien rumtreiben. Es sind ausschließlich Getriebene und Verrückte. Schönes Leinwandformat-Kino, aber kann man sich auch sparen. Lieber Blood Diamond oder Departed gucken.