Es sind schon wieder ein paar Tage vergangen, seit meinem letzten Eintrag. Leider wird meine Beitrags-Frequenz auch in Zukunft erstmal nicht steigen. Das liegt erstens daran, dass ich am Sonntag für zwei Wochen nach Spanien fliege und zweitens an dem immer noch nicht vorhandenen Internetzugang in meiner WG in Aachen. Ich kann euch sagen, wir haben eine Odyssee hinter uns und ein Ende ist noch nicht in Sicht:
Sofort nach der Schlüsselübergabe, noch bevor wir mit der Renovierung begannen, bestellten wir bei Strato (mittlerweile freenet) ein DSL 16000 - Telefonflat - Komplettpaket. Wir wussten, dass sowas unter Umständen länger dauern kann und wunderten uns nicht über den ersten Brief nach zwei Wochen: Auf Grund großer Nachfrage, könne man uns den Zugang erst mit etwas Verzögerung zur Verfügung stellen. Soweit so gut. Nach etwa neun (!) Wochen Wartezeit, wir wohnten mittlerweile in der WG und der dritte Mitbewohner war auch schon gefunden und eingezogen, rief ich bei der Hotline an. Natürlich von meinen Eltern zuhause aus, weil wir ja in Aachen keinen Telefonanschluss hatten und obwohl die Hotline vom deutschen Festnetz aus kostenlos ist, hätte man vom Handy aus sehr viel Geld zahlen müssen. Nach ungefähr 20, gefühlten 120, Minuten Hotlinemusik wurde ich endlich zu einer netten Callcenter-Lady verbunden, die mir freundlich mitteilte, dass sie leider zur Zeit den Anschluss nicht freischalten können, weil die Telekom sich verweigere. Auf die Frage, warum die Telekom sich denn so verhalte, konnte sie mir nicht antworten: Die Telekom würde darüber keine Angaben machen, nur dass es technisch nicht möglich wäre. Freenet würde routinemäßig die Anfrage vier Mal an die Telekom stellen. Die würden aber grundsätzlich die Aufträge von Resellern blocken. Wahrscheinlich weil sie selbst in letzter Zeit zu viele Kunden verloren hatten.
Das hätten die mir auch mal früher sagen können. Stattdessen hatten wir bis dahin schon vier absolut gleich lautende Schreiben bekommen, dass wir uns auf Grund der hohen Nachfrage leider noch etwas gedulden müssten. Da das alles nicht gut aussah und auch die Callcenter-Frau ganz offen sagte, dass man wahrscheinlich eher keine Chance hätte, ging ich zum Freenet-Shop in Aachen und fragte den Inhaber was ich denn jetzt tuen solle. Er meinte, ich solle abwarten. Zu einem anderen Anbieter könne ich sowieso nicht wechseln, weil alle Reseller die Leitungen von QSC und Telefonica benutzen. Wenn die Telekom also die Bestellung blockt, blockt sie die aller Anbieter. Also hatte ich richtig verstanden: Die einzige Wahl, die wir hatten war zur Telekom zu wechseln. Dem Erpresser sozusagen nachgeben.
So sieht nicht mein Verständnis von freier Marktwirtschaft und Wettbewerb aus. Aber was sollte ich machen? Ein Semester ohne Internet war schon anstrengend genug gewesen. Also ging ich schweren Herzens zum Freenetshop, kündigte und bestellte im Internet ein gleiches 16000er Paket mit Telefonflat, dass uns dann auch innerhalb von 10 Tagen funktionstüchtig bereitgestellt wurde.
ABER. Freenet schrieb uns nach zwei Wochen, dass sie unsere Kündigung nicht akzeptieren würden. Ein Widerruf, wäre nur in den ersten Zwei Wochen möglich. Das störte uns nicht wirklich, weil wir bisher nichts bezahlen mussten und es auch nicht wirklich so aussah, als könnte uns Freenet die Leistung je bereitstellen. Etwas blöder war aber, dass die Telekom uns, nach ihren Aussagen technisch-bedingt, nur eine 6000er Leitung anschließen konnte. Damit hätten wir auch leben können, wenn wir nicht den Preis für 16000er hätten bezahlen müssen. Da man uns auf Grund von Zusatzleistungen wie Filmdownloads und Zugang zu den T-Online WLAN-Hotspots auch nicht ein Paket runterstufen ließ, die Widerrufsfrist, diesmal bei T-Online, nur noch einen Tag dauerte und wir auch noch diesen Freenet-Vertrag laufen hatten, kündigte ich wieder. Diesmal erfolgreich.
Und jetzt stehen wir schon wieder da. Hatten eine Woche lang Internet und Telefon und müssen jetzt warten, dass uns Freenet entweder, nach jetzt mittlerweile ca. 15 Wochen, anschließt oder den Vertrag von sich aus kündigt. Und was machen wir dann? Wahrscheinlich gehen wir wieder zur Telekom und bestellen ein 6000er-Paket.
Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Geschichte in Aachen spielt. Nicht irgendwo auf dem Land, sondern in Elite-Uni-Stadt Aachen.
Lang lebe der Wettbewerbsschutz!